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Gregor Peters
Um so mehr ich weiß, um so mehr ist mir bewusst, dass ich fast nichts weiß. Jedes weitere Wissen zeigt mir auf, dass es für dieselbe Sache noch andere Sichtweisen gibt, die sich zudem oft widersprechen. Herauszufinden, wie man etwas noch anders betrachten kann, und ob all den verschiedenen Sichtweisen nicht die gleiche Struktur zugrunde liegt, ist eine meiner Grund-Lebens-Motivationen.
Dabei steht für mich immer der ganz eigene, individuelle Mensch im Mittelpunkt. Dieses „eigen sein“, unsere Individualität, verbindet uns. Das Wissen darüber macht mir klar, dass alles, was ich über einen anderen Menschen denke, oder was ich meine von ihm zu verstehen, nur meine eigenen Interpretationen sind. Man kann einander nie vollkommen ver-stehen. Aber ich möchte auch nicht stehen bleiben. So freue ich mich auf die vielen neuen Aspekte, Gedanken und Interpretationen, die im Kontakt zu anderen Menschen so bereichernd sind.
Und so verschieden wir Menschen sind, und dennoch alle Menschen sind, so verschieden sind die Bereiche, mit denen ich mich befasse. Der Schwerpunkt liegt dabei immer auf den „hinter der Sache“ legenden Strukturen und deren Wirkung.

Musik
Was löst die Musik beim Musiker und Zuhörer aus, und warum tut sie das? Als studierter Musiker (Augsburg Klavier, München Orgel) ist dies eine grundlegende Frage. Denn wie man etwas spielt, was man in die Musik gibt, hängt vor allem mit dem Erlernten und der eigenen Persönlichkeit ab. Als Zuhörer empfindet man etwas beim Hören der Musik. Diese Empfindungen hängen ebenfalls stark von der eigenen Person, dem Erlebten und der Kultur, in der man aufgewachsen ist, ab.
Die Zusammenhänge zwischen dem Mensch und der Empfindung der Musik fasziniert mich bis heute. So höre ich selbst in meinen Kompositionen nach Jahren etwas, sehe es fast bildlich vor mir, was ich zur Zeit des Komponierens nur unbewusst in Noten gefasst habe. Ein Teil von mir ist für diese Konstellation zugänglich geworden, und ich stelle immer wieder fest, dass es nicht die Noten sind, die die Wirkung der Musik ausmachen, sondern das dahinter. Vergleichbar mit der verbalen und nichtverbalen Kommunikation.
Häufig wenden wir uns als Musiker zu sehr nur der Technik und Interpretation der Musik zu. Natürlich ist dies sehr wichtig, denn es Notwendigkeiten, um die Musik überhaupt spielen zu können. Wie oft man hierbei den eigenen Schweinehund überwinden muss, kennt jeder, der ein Instrument spielt, und meine Klavierschüler könnten Ihnen das bestimmt sehr gut bestätigen. Ich selbst bin hierbei nicht ausgeschlossen, ist es doch für alle Orgelkonzerte, die ich bisher gegeben habe, ein großer Teil der Vorbereitung gewesen. Auch die Sängerinnen und Sänger der Chöre, die ich in meinem Leben geleitet habe, wussten, dass ohne die wöchentliche Probe kein gutes Resultat zu erwarten war. Dennoch bleiben wir meines Erachtens zu häufig an der Stelle stehen, wo wir das Stück technisch versiert spielen können. Die eigentliche Aussage, das was im Musiker und Zuhörer in Resonanz tritt, die Gefühle die mitschwingen, vernachlässigen wir. Dies beschert dem Musiker oft unnütze Schwierigkeiten im Verständnis mancher Musikpassagen und in der Technik. Der Zuhörer empfindet solche Musik oft als kalt oder seelenlos. Stellt man sich als Musiker diesem „hinter den Noten“, so kann man die Hebelwirkung des Instruments, welche daraus besteht, dass man eine Bewegung nur um ein klein wenig verändert, was aber das Klangresultat enorm verändert, nutzen. So wie wir es von Pantomimen kennen, findet unser Inneres in unserer Körperhaltung und Bewegung einen Ausdruck. Ansonsten könnte man es dem Pantomimen nicht ansehen, dass er z.B. eine traurige Person spielt. Da Musik etwas in uns auslöst, ist es nur allzu logisch, dass auch dies im Körperausdruck zu finden sein muss. Meist ist es so, dass dieser Ausdruck nicht ganz zu dem passt, was wir durch das Musikspiel ausdrücken sollten – es trifft nicht ganz unser Inneres. Mit der von mir entwickelten Methode, der integrativen Musikwahrnehmung, arbeite ich daran, den Musiker mit der Musik die er spielt, zu einem Erlebnis des Eins-Seins hinzuführen. Sobald dieser Zustand erreicht ist, läuft es dem Musiker als auch dem Zuhörer, kalt der Rücken hinunter, oder man bekommt Tränen in die Augen.

Börse
Im ersten Augenblick denkt man leicht, dass dies ein Thema ist, welches meilenweit von der Musik entfernt ist. Dennoch handelt es sich auch hier um Menschen, die auf der Grundlage ihres Mensch-Seins reagieren. So kann man z.B. immer wieder erkennen, dass die Aktienkurse stark von der Gefühlslage der Anleger abhängig sind. Je nachdem, ob sie sich in einer positiven oder negativen Grundstimmung befinden.
Wie beim Musikspiel reagieren auch die Anleger auf der Basis ihrer Persönlichkeit und ihrer Vergangenheit. Bei der Musik hat man eine bestimmte Technik und Interpretation gelernt, bei der Börse sind es die Erfahrungen von Unternehmenszahlen und Kursverläufen, die man entsprechend den gemachten Erfahrungen interpretiert. In beiden Fällen setzt sich zu einem großen Teil die Vergangenheit in der Zukunft fort.
Auf dieser Basis habe ich mich mit Trendfolgeaktien beschäftigt, bei denen dies besonders klar sichtbar ist. Es hat mich interessiert, wie man das Wissen, das sich die Vergangenheit meist in der Zukunft fortsetzt, nutzen kann. Zudem interessierte mich, welche Zusammenhänge zwischen dem Handeln an der Börse und dem Alltag zu finden sind, und wie sie sich beeinflussen. Denn auch bei der Börse spielt es eine große Rolle, mit welchem Gefühl Sie handeln. Nicht, dass Sie nur mit einer guten Laune etwas kaufen oder verkaufen könnten. Vielmehr ist es so, dass das innere Gefühl die selektive Wahrnehmung steuert. Dies bedeutet, dass man je nachdem, wie man fühlt, eine Situation anders beurteilt, und dann auch entsprechend anders reagiert.
Aus allen Überlegungen ist ein System aus Analyse und Strategie für Trendfolgeaktien entstanden, das ich selbst seit längerer Zeit umsetze. Infos
Und es gibt noch einen Zusammenhang zwischen der Börse und der Musik: Es ist die Art der Notation. Bei der Musik haben wir in unserer Kultur fünf horizontale Linien. Dabei können wir lediglich anhand von Vorzeichen und dem Wissen über das System erkennen, wo es sich z.B. um einen Halbton handelt. Melodien steigen und fallen, sie haben ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten der Harmonie. Aktienkurse haben horizontale Preislinien. Manche Linien geben nur den Preis an, manch andere Linien bilden Unterstützungen oder Widerstände. Lediglich durch das Wissen um das System kann man dies erkennen, so wie die Halbtöne bei der Musik. Und so wie in der Musik Melodien ihre Gesetzmäßigkeiten haben, so haben es auch die Hochs und Tiefs der Aktienkurse. Hinzu kommen natürlich in beiden Systemen die sogenannten Trugschlüsse, dann wann es doch anders kommt, als erwartet.
Nachdem ich erkannt habe, dass der Mensch nur menschlich oder unmenschlich, aber immer als Mensch agiert und reagiert, ist mir bewusst geworden, dass alle Lebensbereiche die gleichen menschlichen Strukturen zugrunde liegen haben. So ist auch unser Geldsystem ein vom Menschen gemachtes System und ist nicht naturgegeben. Deshalb habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht, wie es anders sein könnte. Es ist die Idee eines Geldes, das mit der Zeit wie Obst oder Gemüse das verdirbt, an Wert verliert. Andere Blickwinkel, das Erkennen, dass die Systeme vom Menschen gemacht sind, dass sie begrenzt und nicht universell sind, hilft mir seit jeher, ein besseres Verständnis für diese Systeme zu bekommen. Möchten Sie ein paar meiner Gedanken mitverfolgen, so können Sie dies in meinem Blog oder meinem monatlichen Newsletter Monatsgedanken tun.

Wege zur Selbstfindung
So wie die Systeme der Musik und der Börse Parallelen aufweisen, und vom Menschen gemacht sind, so sind es auch die vielen Theorien und Systeme im Bezug zu unserem menschlichen Sein. Diese Gemeinsamkeiten habe ich 2009 in einem Kurs mit 130 Lektionen zusammengefasst. Es war mir dabei sehr wichtig, den Kursinhalt so aufzubereiten, dass er Spaß macht und fast automatisch ins alltägliche Leben integriert wird. Gestützt habe ich mich dabei auf die vielen Erfahrungen, die ich u.a. mit Schülern und mir selbst gemacht habe. So ist es z.B. so, dass etwas leichter integriert wird, wenn man es jeden Tag über einen Monat 10 Minuten macht, als wenn man es an einem Tag fünf Stunden übt. Dies macht es oft in der Schule schwierig, da die Schüler kurz und intensiv auf eine Klassenarbeit lernen, den Stoff aber durch diese Vorgehensweise nur mäßig integrieren können. Der Kurs hat aus diesem Grund recht kurze Lektionen, dafür sehr viele. Jede Lektion, also jeder Tag, beinhaltet dabei kleine Übungen, damit man immer wieder an die Erkenntnisse denkt, und sie somit mit der Zeit zu den alltäglichen Gedanken, mit deren Folge im Agieren und Reagieren gehören.
Die Suche, und vor allem das Finden, von immer weiteren Parallelen in den menschlichen Verhaltensweisen motivieren mich immer wieder aufs Neue. Es sind Erkenntnisse, die das eigene Leben positiver und leichter gestalten. Dieses Wissen gebe ich als „Wege zur Selbstfindung“-Trainer als Coaching in der Medica Vita Heilpraktikerschule weiter. Seminare zu verschiedenen Themen geben mir die Möglichkeit, mein Wissen weiterzugeben. Der Schwerpunkt liegt hierbei immer auf der praktischen Umsetzung. Denn auch hier ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis so groß, wie wenn man sich vorstellt, etwas Unbekanntes zu essen, oder es tatsächlich isst.